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Der digitale Arztbesuch
Sie entschließen sich eine ärztliche Meinung einzuholen und möchten Kontakt zu einem Arzt aufnehmen. An welchen Stellen Sie digitale Hilfsmittel beim Arztbesuch einsetzen können, zeigt Ihnen der folgende rote Faden:
Vor dem Arztbesuch
Arztsuche
Im Prinzip beginnt der digitale Arztbesuch mit der Suche nach der richtigen Ärztin, dem richtigen Arzt oder der richtigen Behandlungseinrichtung.
Theoretisch müssen Sie die Praxis auch nicht in jedem Fall persönlich besuchen. Sie können sich zum Beispiel über Portale an die passenden Ansprechpartner vermitteln lassen – zum Beispiel auch für eine Videosprechstunde. Aber auch wenn Sie die Person schon kennen, die Sie behandeln soll, oder wenn Sie sie persönlich besuchen, gibt es viele digitale Elemente im Behandlungsablauf.
Termin vereinbaren
Viele (Zahn-) Ärzte und Psychotherapeuten bieten eine Terminvergabe auch online an. Somit können Sprechstunden auch außerhalb der Öffnungszeiten unkompliziert vereinbart, verschoben oder storniert werden.
In der Sprechstunde
Beim Arzt vor Ort
Bei der Anmeldung identifizieren Sie sich mit Ihrer elektronischen Gesundheitskarte. In der anschließenden Sprechstunde wird gegebenenfalls Ihre Medikation angepasst und in diesem Zusammenhang auf Ihrer elektronischen Gesundheitskarte Ihr elektronischer Medikationsplan aktualisiert, sofern Sie einen haben. Falls Sie auch Ihre Notfalldaten auf der Gesundheitskarte gespeichert haben, achten Sie bitte darauf, dass auch diese nach dem Arztbesuch immer noch aktuell sind. Gegebenenfalls müssen diese Daten – z.B. nach bestimmten Veränderungen der Medikation – angepasst werden.
Falls Sie Rechercheergebnisse aus dem Internet in die Sprechstunde mitnehmen: Teilen Sie diese mit dem Arzt. Seien Sie sich jedoch bewusst, dass nicht jeder Arzt offen dafür sein wird.
Während der Behandlung kann der Arzt auf Ihre Bitte hin medizinische Dokumente in Ihre elektronische Patientenakte – falls vorhanden – hochladen. Damit sind diese Dokumente sowohl für Sie als auch für andere behandelnde Ärzte, denen Sie den Zugriff darauf erteilen, verfügbar. Sollte der Arzt ein Medikament verschreiben, kann er es mit dem elektronischen Rezept erledigen. Und auch das verschriebene Medizinprodukt selbst kann heute beispielsweise eine App für das Mobiltelefon – eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) – sein.
Schließlich erfolgt – wenn notwendig – eine Krankschreibung, auch diese teils papierlos mittels der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.
Von zu Hause aus
Eine Sprechstunde, die online stattfindet, läuft im Grunde nicht anders ab als eine Sprechstunde vor Ort. Allerdings sollten Sie sich sowohl technisch als auch organisatorisch anders auf eine Videosprechstunde vorbereiten.
Infokasten zu spezifischen KK-Inhalten/ Angebot Videosprechstunde
Nach der Sprechstunde
Medikamente besorgen
Hat Ihnen der Arzt ein elektronisches Rezept (E-Rezept) ausgestellt, können Sie dieses mit Ihrem Smartphone mittels E-Rezept-App, mit Ihrer elektronischen Gesundheitskarte oder mit dem Papierausdruck in einer Apotheke einlösen. Auch in Online-Apotheken können Sie das E-Rezept einlösen und sind dadurch noch unabhängiger.
Dokumente übermitteln
Durch die verpflichtende technische Anbindung aller medizinischen Einrichtungen an das gesicherte Datenübertragungsnetz des Gesundheitswesens – der Telematikinfrastruktur (TI) – ist eine schnelle digitale Übermittlung von Dokumenten zwischen Praxen, Kliniken, Laboren, Apotheken und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens möglich. Sollten also mehrere Mediziner oder medizinische Einrichtungen an Ihrer Behandlung beteiligt sein, können idealerweise alle notwendigen Informationen und Dokumente für alle beteiligten Einrichtungen und Personen vorliegen.
Eine Möglichkeit ist die Speicherung von Dokumenten in Ihrer elektronischen Patientenakte (ePA), sofern Sie über eine ePA verfügen. Eine andere Möglichkeit ist die schnelle digitale Informationsübermittlung über den sicheren E-Mail-Dienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen), den Praxen und andere Einrichtungen des Gesundheitswesens untereinander nutzen können. Sollte Ihnen die Verfügbarkeit bestimmter Informationen für bestimmte Beteiligte wichtig sein, weisen Sie idealerweise beim Arztbesuch darauf hin, für welche Einrichtungen die Informationen zeitnah zur Verfügung stehen sollen.
Berichte verstehen
Medizinische Befunde und Berichte sind schwer zu verstehen. Damit Sie Ihre Erkrankung, durchgeführte Untersuchung und Therapievorschläge des Arztes nachvollziehen können, werden im Internet seriöse Übersetzungshilfen angeboten. Achten Sie darauf, vertrauenswürdige Quellen zu verwenden.
Zweite Meinung einholen
In Deutschland gilt für gesetzlich Versicherte grundsätzlich die freie Arztwahl. Sollten Sie nach einer Sprechstunde weiterhin unsicher sein, können Sie sich eine weitere ärztliche Einschätzung einholen. Dafür stehen beispielsweise Online-Vermittlungsportale mit Bewertungsfunktionen oder andere Informationen im Internet zur Verfügung.
Internet-Portale und Plattformen, die einen Austausch unter Patienten ermöglichen, sind zwar eine digitale Alternative, allerdings müssen sich Nutzer darüber im Klaren sein, dass sich hier Laien ohne wissenschaftlich fundierte medizinische Ausbildung austauschen. Für die fundierte Meinungsbildung zu Diagnosen und Therapien sind diese Plattformen nicht geeignet.
Quiz
Bei einem Arztbesuch können Ihnen viele digitale Anwendungen begegnen. Bringen Sie die Anwendungen in die richtige Reihenfolge.
(So geht`s: Klicken Sie auf die Elemente und schieben Sie sie nach oben oder unten.)